Wissenschaft und Forschung

Standortsuche

Teile der Schwäbischen Alb für Atommüll-Endlager geeignet

Bei der Standortsuche nach einem Atommüll-Endlager werden auch Teile der Schwäbischen Alb und der Region Ulm genannt. Das Tongestein wird als "geologisch geeignet" eingestuft.
Karte Endlagersuche

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sieht in Teilen der Schwäbischen Alb und im Raum Ulm günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle. Das dortige Tongestein sei geologisch geeignet. Es beginnt etwa bei Bad Urach und Münsingen und zieht sich nordöstlich über Ulm und Heidenheim.

Auch das so genannte Kristalline Wirtsgestein vom Schwarzwald über Stuttgart bis Franken taucht im Bericht als geeignet auf.

Das Tongestein im Raum Ulm wird in sechs von sieben Kriterien nach dem Referenzdatensatz Tongestein mit „günstig" bewertet. Zum Beispiel:

  • Beim Indikator „Barrierenmächtigkeit" wurde das Tongestein mit „bedingt günstig" bewertet.
  • Das etwas sperrig betitelte „Kriterium zur Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse" wurde mit „bedingt günstig" bewertet. Das bedeutet, dass man kaum Risiken sieht wie Erdbeben, Bewegungen des Untergrunds, Vulkanismus, Grundwasserläufe etc.
  • Bei der Frage, wie gut das Deckgebirge ein Endlager im Gestein schützen würde, gab es auch ein "bedingt günstig". Im Süden des Gebietes ist der Mittlere Jura nicht von verkarsteten Abfolgen überlagert. Der südliche Teil des Tongestein-Gebietes weist außerdem einen Bereich auf, in dem unter anderem eine günstige Tiefenlage vorliegt. Dieser Bereich ist ausreichend groß.

Fazit der BGE: "Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten."

Kompakt-Steckbrief der Region aus dem Zwischenbericht

Hier geht's zur Langfassung

Für ein Atommüll-Endlager eignen sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen Tonschichten, Salzstöcke oder Granit, in die das Endlager hinein gebaut werden kann - mindestens 300 Meter unter der Erde und langfristig sicher. Einige Regionen sind daher als ungünstig ausgeschieden, darunter Teile der Schwäbischen Alb und das Alpenvorland am Bodensee.

Die im heute vorgelegten ersten Teilbericht zur Endlagersuche genannten Regionen seien aber "noch lange kein Endlagerstandort", so BGE-Geschäftsführer Stefan Studt. Die Endlagersuche soll bis 2031 abgeschlossen sein. Ob sie einen perfekten Standort ergeben wird, sei offen. Deutschlandweit nennt der Bericht 90 geologisch günstige Gebiete für ein Atommüll-Endlager.

(Montag, 28.09.20 - 17:53 Uhr   -   865 mal angesehen)

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