Reutlingen
Großer Besuch beim Innovationstag „Bauen der Zukunft“
Wie könnte Bauen in der Zukunft aussehen? Um diese Frage zu beantworten, versammelten sich Persönlichkeiten aus Bauwelt, Politik und Medien am 2. Juli zum Innovationstag „Bauen der Zukunft“ in der Stadthalle Reutlingen. Unter der Moderation von Markus Lanz kamen Menschen aus allen Ecken ins Gespräch. Alexander Wütz war für uns vor Ort und hat mit den Teilnehmern gesprochen.
Im Jahr 1726 brach eines Septemberabends in einem Wohnhaus bei der Nikolaikirche ein Feuer aus. Bald brannte die ganze Stadt. So kam es, vor 300 Jahren, zum Stadtbrand von Reutlingen. Ein Jubiläum, an das der Innovationstag „Bauen der Zukunft" in Reutlingen erinnern will.
O-Ton Stefan Hermann, Feuerwehrkommandant Reutlingen
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"Heutzutage haben wir eine leistungsfähige Feuerwehr", erklärt Stefan Hermann, Kommandant der Feuerwehr in Reutlingen. "Die gab es damals noch nicht. Und wir haben natürlich auch einen vorbeugenden Brandschutz, der aus der Historie gelernt hat. Das bedeutet, im Vergleich zu vor 300 Jahren ist die Stadt Reutlingen deutlich sicherer geworden."
Heute ist eine starke Feuerwehr selbstverständlich. Das war nicht immer so. Ähnliche Lösungen strebt der Innovationstag für die Probleme von heute an. Ein Beispiel: Immer häufigere Hitzewellen. Eine folgt auf die nächste, Extremwerte steigen immer weiter. Und während andere Länder ebenso von der Hitze betroffen sind, leiden nicht alle gleich darunter.
Fernsehmoderator Markus Lanz erklärt: "Also, die Hitzewelle, die wir gerade haben, ist etwas, was uns darauf hinweist, dass wir in Deutschland in Sachen Klimaanlagen, vor allen Dingen über die wir immer gerne schimpfen und auf die Amerikaner zeigen und auf den Nahen Osten zeigen und sagen, was für eine Verschwendung von Energie und Ressourcen. Das ist ein Thema, dem wir uns stellen müssen. Und stellt sich raus, wir sind da erstaunlich schlecht vorbereitet."
Markus Lanz leitet auf der Bühne das Gespräch zu kontroversen Themen wie diesem. Auch zahlreiche Vorträge werden gehalten, teils von Menschen aus dem Baugewerbe, teils von Persönlichkeiten, die man vielleicht nicht auf einem Event wie diesem erwarten würde. Darunter auch Reutlinger Comedian Dominik Kuhn, besser bekannt als Dodokay. Doch eben diese Bandbreite soll bei der Zukunftsfindung helfen.
Dem stimmt auch Dodokay selbst zu: "Die Veranstaltung hier, 'Bauen der Zukunft', ist garantiert super dazu geeignet, jetzt in dem Fall nicht nur Gewerke unter einen Hut zu bringen, sondern auch die Politik, die Gesellschaft. Damit alle diese Leute verstehen, dass sie alle ein Teil dieses Prozesses sind. Und deswegen finde ich es auch gut, dass es heute stattfindet, ist auch der Grund, warum ich dabei bin."
Dodokay's überwiegend ernste Keynote „Nach uns die Sintflut. Aber bitte plastikfrei." setzt sich damit auseinander, wie wenig trotz umweltpositivem Gehabe tatsächlich für den Klimaschutz getan wird. Ein Vortrag, der zur Konversation über tatsächliche praktische Lösungen einlädt. Manche Teilnehmer haben zwar komplexe, doch durchaus konkrete Vorschläge.
Eine von ihnen ist Ralf Galster von Sinfiro, einem Brandschutzunternehmen. "Wir wollen die Städte anders planen. Wir wollen städtebaulich ein Schwammstadtprinzip. Begrünte Fassade, Wasserrückhaltung. Wir müssen unsere Räume auch neu denken. Und wir müssen schauen, dass wir einfach auch rechtzeitig gegen diese Maßnahmen auch irgendwo angehen und es gemeinsam planen."
Und das sind nur einige der Ansätze. Im Laufe des Innovationstags kommen zahlreiche Ideen zur Sprache, wie Städtebau und Architektur bei der Bewältigung aktueller Probleme helfen können. Alles mit dem Ziel, aktuelle bautechnische und städtebauliche Probleme mit Katastrophen wie dem historischen Stadtbrand in die Geschichtsbücher zu verbannen.
(Donnerstag, 09.07.26 - 17:17 Uhr - 154 mal angesehen)
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