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Fessenheim

Französisches Atomkraftwerk Fessenheim wegen Defekt vom Netz - EDF: Sicherheit nicht gefährdet. Hotline: "Anschluss vorübergehend nicht erreichbar."

02.03.2015. Das französische Atomkraftwerk Fessenheim wurde gestern wegen eines Dichtungsdefektes vom Netz genommen. Das teilte der französische Energiekonzern EDF Medienberichten zufolge mit. Die Sicherheit von Mensch und Umwelt sei nicht gefährdet. Fessenheim liegt nahe der deutsch-französischen Grenze.

EDF: "Keine Auswirkungen auf die Anlagensicherheit, Umweltschutz und die Sicherheit der Mitarbeiter"

Der französische Energiekonzern EDF  schreibt zu dem Störfall in einer Pressemitteilung vom 02.03.2015:

Am 28. Februar um 18h55 wurde die Produktionseinheit # 1 des Kernkraftwerk Fessenheim heruntergefahren.  Die Diagnose habe ein Leck in einer Rohrleitung bestätigt. Derzeit seien Teams mit der Durchführung Reparaturarbeiten an der Pipeline beschäftigt.

Wörtlich heißt es: "Dieses Ereignis hat keine Auswirkungen auf die Anlagensicherheit, Umweltschutz und die Sicherheit der Mitarbeiter. Es ist Gegenstand regelmäßiger Abstimmung mit der Behörde für nukleare Sicherheit und der öffentliche Hand."

Nachfolgend die EDF-Pressemeldung im französischen Original:

"Point de situation suite à l'arrêt de l'unité de production n°102/03/2015

Le 28 février à18h55, l'unité de production n°1 de la centrale nucléaire de Fessenheim a été mise à l'arrêt.

Le diagnostic aconfirmé un défaut d'étanchéité sur une tuyauterie située en aval du condenseur, dans la salle des machines (hors zone nucléaire). Les équipes de lacentrale réalisent actuellement des travaux de réparation sur cette tuyauterie.

L'unité de productionn°1 sera recouplée au réseau électrique national dès la fin de cette intervention.

Cet événement n'a aucune conséquence sur la sûreté des installations, l'environnement et lasécurité du personnel. Il fait l'objet d'une communication régulière auprès de l'Autorité de Sûreté Nucléaire, et des pouvoirs publics.

L'unité de productionn°2 est quant à elle à l'arrêt pour maintenance et rechargement d'un tiers de son combustible.

*Lecondenseur est situé en salle des machines. Il a pour rôle de condenser lavapeur sortant de la turbine au contact de tubes refroidis par la circulationd'eau froide."

Unter der von EDF "rund um die Uhr" geschalteten Hotline mit aktuellen Nachrichten über das Kernkraftwerk Fessenheim auf Deutsch heißt es derzeit (Stand: 02.03.2015 - 11:23 Uhr allerdings: "Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar."

Nachdem Reaktor 1 aufgrund des Vorfalls sicherheitshalber vom Netz genommen wurde, erzeugt Fessenheim derzeit keinen Strom, da Reaktor 2 Ende letzter Woche routinemäßig für Wartungsarbeiten ebenfalls vom Netz ging. 

25 Kilometer vor Freiburg

Das Kernkraftwerk Fessenheim ist eine der ältesten Anlagen in Frankreich: Im Jahr 1997 ging Reaktor 1 ans Netz, und ein Jahr später Reaktor 2. Umweltschützer aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz fordern aufgrund des Alters und überdurchschnittlich vieler Vorkommnisse die Abschaltung der Reaktoren.

Das Kernkraftwerk Fessenheim steht auf der Gemarkung  der Gemeinde Fessenheim, etwa 25 km südwestlich von Freiburg und 25 km südöstlich von Colmar. Es gehört dem staatlichen französischen Konzern EDF (Electricité de France).

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg sind "Vorsorgemaßnahmen der deutschen Katastrophenschutzbehörden für mögliche Schadensereignisse in kerntechnischen Einrichtungen ..  in speziellen Einsatzplänen des Regierungspräsidiums Freiburg festgelegt und beruhen im Wesentlichen auf Informationen und Messwerten aus dem Kernkraftwerk und seiner Umgebung."

Aktuelle Strahlungswerte & Meldungen: Im Videotext, per Telefonhotline, im Internet

Aktuelle Strahlungswerte  für die Umgebung von Fessenheim stellt das SWR-Fernsehen Bden-Württemberg zusammen mit weiteren Erläuterungen auf den Videotextseiten 196 ff. zur Verfügung.

Für die französische Umgebung des Kernkraftwerkes Fessenheim veröffentlicht die EDF dem Regierungspräsidium Freiburg zufolge monatliche Daten zu Umwelt- und Strahlenschutz. Die EDF stelle "auf Ihrer Homepage auch Ereignismeldungen des Kraftwerkes zur raschen Information der Bevölkerung ein, die nach der internationalen Bewertungsskala für meldepflichtige Ereignisse ( INES) mit der Stufe 1 (Störung) oder höher bewertet wurden."  Aktuelle Nachrichten des Kraftwerkes stehen demnach rund um die Uhr über eine gebührenfreie Telefonnummer auf deutsch zur Verfügung: 0800 18 18 352 (ohne Vorwahl).

Auch bei festgestellten Abweichungen von Betriebsnormen, die zeitgleich mehreren französischen Kernkraftwerken zuzuordnen sind (sogenannte „anomalies" oder „écarts génériques), erfolge grundsätzlich eine Einstufung auf der INES-Skala. EDF veröffentlicht nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg diese Abweichungen ebenfalls im Internet.

Die französische Aufsichtsbehörde ASN bietet nach Angaben des Regierungspräsidiums "darüber hinaus eine Übersicht aller Meldungen aus kerntechnischen Anlagen in Frankreich auch unterhalb der INES-Skala an."

Deutsche Umgebung des KKW Fessenheim wird mit fest installiertem Messnetz überwacht

Das Regierungspräsidium schreibt auf seiner Homepage über das AKW Fessenheim weiter: "Für die deutsche Umgebung des Kernkraftwerkes Fessenheim steht mit der Kernreaktor-Fernüberwachung (KFÜ) ein fest installiertes Messnetz zur Verfügung. Die KFÜ ist ein System zur Online-Überwachung der kerntechnischen Anlagen in Baden-Württemberg, das die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) im Auftrag der Atomaufsicht des Landes betreibt und weiter entwickelt. Es erfasst und überwacht vollautomatisch und rund um die Uhr täglich über 100.000 Messwerte innerhalb und außerhalb der Anlagen. Um Fessenheim herum befinden sich auf deutschem Gebiet rund ein Dutzend dieser Stationen."

Die Messergebnisse des deutschen Messnetzes können demnach bei der LUBW auch über das Internet abgefragt werden: "Unter der Auswahl "Radioaktivität" sind Messwerte zur Ortsdosisleistung und zur Aktivitätskonzentration von Aerosolen zu erhalten. Die Vielfältigkeit des Angebots erfordert es, dass einige Angaben zu machen sind. Wichtig ist, dass in allen Fällen eine Station (z. B. die dem KKW Fessenheim nahegelegene Station "Bremgarten Rheindamm") ausgewählt wird. Weiterhin sind Angaben zum Zeitraum und zur Verdichtung der Daten ("Aggregation") notwendig."

Weitere Informationen zu den zur Zeit etwa 1.800 bundesweit automatisch arbeitenden Messstationen des Bundesamtes für Strahlenschutz stehen, so das Regierungspräsidium, unter http://odlinfo.bfs.de zur Verfügung.

 

 

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(Sonntag, 16.08.15 - 20:58 Uhr   -   6126 mal angesehen)

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