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Sibirien

Mammutjäger-Hundewelpen gefunden? - Im Eis konserviert: Wissenschaftler graben zwei 12.400 Jahre alte Hundewelpen aus

08.09.2015. Sibirische Wissenschaftler haben zwei über 12.000 Jahre alte Hundewelpen ausgegraben, die wohl durch einen Erdrutsch verschüttet und durch den sibirischen Permafrostboden konserviert wurden. Nach Ansicht der Wissenschaftler, die auf der Suche nach Mammut-Hinterlassenschaften waren, könnte es sich um Hunde der damaligen sibirischen Mammut-Jäger handeln.

Das erste Hundewelpen war bereits im Jahr 2011 von den Einwohnern des Dorfes Tumat in der Ust-Yansky-Region in der Sakha Republik (Jakutien) entdeckt worden. Zusammen mit dem Welpen wurden an der Fundstelle - einem steilen Flussufer des Syalakh-Flusses -auch  Knochen eines Mammut-Skeletts entdeckt.

In Fachkreisen ist der Hundewelpe unter dem Namen "Tumat Dog" bekannt: Von ihm sind Kopf, Fell und der komplette Körper mit Eingeweide wie Herz, Lungen, Magen und Leber gut erhalten. Für einen Hund aus dem Pleistozän ist das ist nach Angaben der Wissenschaftler einzigartig. Die Mumie des etwa  drei Monate alten Welpens wird in einem Gefrierschrank im NEFU Mammut-Museum aufbewahrt.

Am 20. April 2015 hatten die Wissenschafler eine Autopsie an der Hunde-Mumie vorgenommen. Während der Autopsie wurden dem Hundewelpen Proben entnommen, mit denen histologische Studien an Forschungslaboren der japanischen Tohoku Sendai Universität und in russischen Laboren vorgenommen werden. DNA-Test zufolge ist der Welpe "eher ein Hund als ein Wolf"; es handele sich um einen frühen, "primitiven" Hund.

Das zweite Hundewelpen wurde von den Mammut-Wissenschaftlern nach Angaben der Siberian Times in der diesjährigen Grabungssaison durch reinen Zufall nnur zwei Meter vom ersten Fundort entfernt entdeckt. Das Welpen sei von Kopf bis zum Schwanz vollständig inclusive Fell erhalten und war in einen "Schlamm-Kuchen" eingebacken. Am erodierten Unfer-Hang waren zunächst nur zwei Hundepfoten zu sehen. Wahrscheinlich sei der Welpe wie auch sein 2011 entdeckter Zwilling  vor 12.000 Jahren durch einen Erdrutsch am Flussufer verschüttet worden.

Ziel der diesjährigen Expedition war es eigentlich, Belege dafür zu finden, dass das erste, vor 4 Jahren gefundene Hundewelpen, tatsächlich wie vermutet zu den damaligen sibirischen Mammutjägern gehört hat.  Aus diesem Grund nahm der Archäologie Alexander Kandyba vom Institut für Archäologie und Ethografie der sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften an der diesjährigen Expedition teil. Tatsächlich fand Kanyba einige Geräte aus Knochen und außerdem Tierknochen mit Schlachtspuren und Spuren von Feuer. Damit erhärtet sich die Theorie der Wissenschafler, dass es sich bei den gefundenen Hunden um Begleiter sibirischer Mammutjäger gehandelt habe.

Am 13. August 2015 stießen die Forscher dann auf das zweite Hundewelpen, In der schlammigen Hangkante waren zunächst nur zwei Pfoten zu erkennen. Äußerlich war der Welpe unversehrt, Pfoten und Fell waren gut zu erkennen, allerdings völlig mit Schlamm beschmiert. In diesem Zustand wurde die Mumie geborgen und - um keine Spuren zu vernichten - ungereinigt ins Labor gebracht.

Im Mund des ersten Welpen fanden die Wissenschaftler während  der Autopsie zwei abgebrochene Zweige und rekonstruierten daraus die letzten Momente im Leben des Welpen: Wahrscheinlich habe dieses versucht, sich mit dem Mund an den Zweigen festzuhalten, als der Hang ins Rutschen kam und das Welpen unter sich begrub.

(Montag, 17.07.17 - 15:57 Uhr   -   2634 mal angesehen)

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